Wie Innovation bei Panduit entsteht
Panduit‑CTO Tom Kelly erläutert, wie disziplinierte Bewertung Ideen in marktführende Lösungen verwandelt
Ideen entstehen bei Panduit nur selten vollständig ausgearbeitet. Sie entstehen vielmehr schrittweise, als Kundenanfrage, als Beobachtung aus dem Einsatzfeld, als Impuls aus dem Vertrieb, als Signal aus einem Normungsgremium oder aus einem Gespräch mit einem Partner.
Viele Unternehmen sprechen gern über Innovation, sobald ein Produkt existiert. Chief Technology Officer Tom Kelly erläutert, was davor passiert – wenn eine Idee noch nicht bewiesen ist und sich ihren Weg erst verdienen muss.
Gute Ideen entstehen selten an nur einem Ort
Panduit startet den Innovationsprozess mit aufmerksamen Zuhören. Tom beschreibt einen Ansatz, der bewusst nah am Einsatzfeld bleibt, damit das Unternehmen frühzeitig Herausforderungen erkennt und priorisieren kann, welche Probleme es zu lösen gilt.
Panduit: Woher stammen neue Ideen bei Panduit typischerweise?
Tom Kelly: Es gibt kein Patentrezept. Gute Ideen können aus vielen unterschiedlichen Quellen kommen, deshalb muss man den gesamten Markt im Blick behalten. Einige entstehen aus Voice‑of‑Customer‑Aktivitäten. Andere entstehen, wenn Ingenieurteams Zeit vor Ort verbringen und Anwendungen aus nächster Nähe erleben. Wieder andere entstehen, wenn wir Kunden zu Prototyping‑Sessions ins JECIC einladen.
Darüber hinaus pflegen wir akademische Partnerschaften und arbeiten mit Inkubatoren wie mHUB zusammen – einem Innovationszentrum und Accelerator mit Sitz in Chicago –, um zusätzliche Perspektiven auf die zukünftige Marktentwicklung zu gewinnen.
Panduit: Wie beeinflussen Kunden, Einsatzteams und externe Partner, was in die Pipeline aufgenommen wird?.
Tom Kelly: Sie helfen uns, das Problem klar zu verstehen – das ist der Ausgangspunkt. Wir versuchen zu erkennen, wo Arbeitsaufwände unter Druck geraten, wo die Dichte steigt oder wo sich Anforderungen an Energie und Kühlung verändern. Bleibt man nah an diesen Entwicklungen, erhält man bessere Impulse. Je breiter die Perspektive, desto größer die Chance, ein wirklich relevantes Problem zu identifizieren.
Gute Ideen und Innovation können aus vielen unterschiedlichen Quellen kommen – deshalb muss man den gesamten Markt im Blick behalten.
Panduit unterzieht Ideen einem echten Filterprozess
Panduit treibt Ideen nicht allein aus Begeisterung voran. Tom beschreibt einen strukturierten Prozess, der breite Chancen frühzeitig hinterfragt und sie so in klar in fokussierte Entwicklungsarbeit überführt.
Panduit: Sobald eine Idee in den Trichter gelangt, wie entscheiden Sie, ob sie weiterverfolgt werden sollte?
Tom Kelly: Wir nutzen einen strukturierten Portfolioprozess. Viele Ideen kommen zunächst ganz oben hinein, dann beginnt die Bewertung. Wie innovativ ist die Lösung? Wie groß ist das Problem? Wie sieht der Markt aus? Wie viele Kunden gibt es? Was sind Kunden bereit zu zahlen? Während dieser Analyse kommen manche Ideen weiter, andere benötigen zusätzliche Informationen und wieder andere scheiden aus.
Panduit: Was unterscheidet ein interessantes Konzept von einer echten Chance?
Tom Kelly: Disziplin. Interessante Ideen findet man überall – das heißt aber nicht, dass sie Aufmerksamkeit verdienen. Weiterverfolgt werden die Ideen, die mit einem realen Kundenproblem und einem realen Markt verbunden sind. Man muss sicher sein, dass Substanz genug vorhanden ist, um den Aufwand zu rechtfertigen.
Das Ziel sind Lösungen, die Kunden tatsächlich einsetzen können
Panduit versteht Entwicklung als Test der Praxistauglichkeit. Entscheidend ist nicht, ob sich eine Idee innovativ anhört, sondern ob sie dort funktioniert, wo Kunden sie einsetzen müssen.
Panduit: Was passiert, nachdem eine Idee diese erste Bewertungsstufe erfolgreich durchlaufen hat?
Tom Kelly: Dann beginnt die Entwicklungsphase. Engineering‑Teams erstellen Prototypen, arbeiten an Werkzeugkonzepten und prüfen Investitionspläne für die Fertigung. Man wird zunehmend konkreter, was erforderlich ist, um die Lösung auf den Markt zu bringen. In dieser Phase wird die Idee einem echten Belastungstest unterzogen.
Panduit: Wie wird aus einem vielversprechenden Konzept etwas, das Kunden tatsächlich einsetzen können?
Tom Kelly: Einer unserer Vorteile ist die Inhouse‑Prototyping‑Kompetenz im Jack E. Caveney Innovation Center (JECIC). Ingenieurteams können von einem Design schnell zu einem physischen Bauteil übergehen, es Kunden zur Verfügung stellen und daraus lernen. Wie hat es funktioniert? Wie lange dauerte die Installation? Was würden sie ändern?
Panduit: Was ermöglicht diese Art der Iteration im gesamten Innovationsportfolio?
Tom Kelly: Sie hält die Arbeit eng an der realen Anwendung. Gleichzeitig hilft uns dieser Prozess, den Fokus auf die größten Treiber für Kundenanforderungen zu legen: Energie, Kühlung, Dichte und Sicherheit. Wenn wir unsere Entwicklung an diesen Punkten ausrichten, erhält das Portfolio eine klare Richtung – und unsere Arbeit fügt sich zu einem stimmigen Gesamtbild.
Im nächsten Beitrag werfen wir einen Blick ins Jack E. Caveney Innovation Center (JECIC) – dort, wo diese Arbeit getestet, weiterentwickelt und so lange vorangetrieben wird, bis sie bereit für den Einsatz im Feld ist.
Teil 1 unserer Innovations‑Blogserie mit Tom Kelly „What Innovation in Our DNA Actually Means in the Field“ finden Sie hier.
- Wie Innovation bei Panduit entsteht
- Was „Innovation in unserer DNA“ in der Praxis wirklich bedeutet
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